Wieso sollte man ein Fotoshooting nur einmal machen können? | Portrait und Boudoir Fotograf Linz

28. Februar 2020

Jemanden fotografieren zu dürfen ist eine große Ehre. Umso mehr freue ich mich, wenn jemand zum wiederholten Male mein Studio in Linz besucht und mich damit beauftragt, neue Bilder zu erstellen.

Julia lernte ich durch mein Bachelorstudium Grafik-Design und Fotografie an der Kunstuniversität Linz kennen. Eine sehr aufregende Zeit, in der ich mich das erste Mal in meinem Leben ohne Ablenkung komplett auf meine größte Leidenschaft konzentrieren konnte: die Fotografie. Aufgrund ihres künstlerischen Talents, ihrer einzigartigen Ästhetik und ihrer liebevollen, komischen Art, ist sie mir von Anfang an aufgefallen. Durch Zufall fanden wir uns dann auf derselben Party wieder und haben uns auf Anhieb gut verstanden.

Diese analoge Doppelbelichtung ist immer noch eines meiner Lieblingsbilder. Rückblickend betrachtet lässt sich hier schon mein spezieller Zugang zur Boudoir-Fotografie erahnen.

Ich lerne selten Menschen kennen, mit denen ich von der ersten richtigen Begegnung an auf einer Wellenlänge bin und mit denen das Zusammen-Sein einfach so wahnsinnig unkompliziert ist. Künstlerisch kamen wir aus unterschiedlichen Richtungen – sie mit einem Background in Grafikdesign als begabte Illustratorin und ich als autodidaktischer Fotograf – trotzdem interessierten wir uns für ähnliche Themen und banden diese auch in unsere Arbeiten ein. Im Zentrum unser beider Arbeiten steht der Körper und die Frage, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. 

Unser erstes gemeinsames Fotoshooting

Es stand also nahe, Julia vor meine Kamera zu bitten. Zum damaligen Zeitpunkt arbeitete ich vor allem mit Selbstportraits, es war also eine völlig neue Erfahrung für mich, jemand “fremden” zu portraitieren. Ich weiß noch, wie wahnsinnig nervös ich vor unserem ersten Shooting war. Schließlich würde ich gleich eine – mir zu diesem Zeitpunkt noch relativ fremde – Person bitten, in Unterwäsche und anschließend komplett nackt vor meiner Kamera zu posieren. 

Die Ergebnisse aus dem ersten Portrait und Boudoir Shooting mit Julia in 2015. Zur damaligen Zeit experimentierte ich viel mit Film. Schon damals fotografierte ich lieber in schwarz-weiß.

Das war der Anfang unserer langjährigen gemeinsamen Zusammenarbeit. Mit jedem Shooting wurden wir beide mutiger und trauten uns immer mehr, unsere gemeinsame künstlerische Vision zu verfolgen und immer mehr von uns selber mit in die Fotografien einzubringen.

Je öfter wir zusammen fotografierten, desto mutiger wurden wir beide.

Das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit

Mittlerweile verstehen wir uns so gut, dass es kaum mehr Worte braucht, um uns während einem Shooting zu verständigen. Julia weiß genau, was ich mir von ihr wünsche, wenn sie vor meine Kamera tritt. Und ich weiß genau, wie weit ich sie aus ihrer Komfortzone locken kann, ohne dass es für sie unangenehm wird. Unsere Zusammenarbeit fühlt sich nicht nach Arbeit an, sondern vielmehr, als würden sich zwei Freunde zum Spielen vor und hinter der Kamera treffen. Und genau das ist es letztendlich auch.

Ein kleiner Einblick in das letzte gemeinsame Shooting, das Ende 2019 stattfand.

Vielen Dank liebe Julia, dass du mir seit Jahren genug vertraust, um immer und immer wieder vor meine Kamera zu treten. Übrigens ist Julia nicht nur begabte Illustratorin, sondern macht auch ganz wundervolle Musik. Auch ihr Instagram-Account ist definitiv (mehr als) einen Besuch wert: https://www.instagram.com/julipoto/

Wer sagt, dass man diese Erfahrung nur einmal machen kann?

Hoffentlich zeigt dir dieses Beispiel, dass ein Fotoshooting keine Erfahrung sein muss, die man nur einmal machen kann. Mit jedem weiteren Mal lernt man sich selbst besser kennen, geht mehr aus sich heraus und erhält ganz unterschiedliche Ergebnisse. So kann man sich immer und immer wieder daran erinnern, dass man gut und schön so ist, wie man ist.

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